Mit dem Bau Separation Barrier begannen die Probleme…

Morgens um 6 Uhr 15 öffnen die Soldaten das Tor an der Separation Barrier (Trennungsmauer) im Dorf Akkaba für die BäuerInnen, die zu ihrem Land in der Seam Zone wollen (Gebiet, das durch die Separation Barrier von der Westbank abgetrennt worden ist). Der Verkehr ist spärlich. Nur 11 Männer, 2 Schäfer mit ihren Schafen sowie zwei Traktoren passieren den Übergang. Schon länger hat uns unser Fahrer darauf aufmerksam gemacht, dass an diesem Übergang grosse Probleme mit den Bewilligungen bestehen. Um genaueres zu erfahren, sitzen wir am Abend mit dem Bürgermeister von Akkaba um einen Tisch vor seinem Haus. Auch er hat Land in der abgeschnittenen Seam Zone mit Olivenbäumen. Zudem pflanzt er Tabak an, der jetzt gebündelt zum Trocknen im Freien aufgehängt ist. Neben allerlei Geflügelarten sehen wir auch Unterstände mit Kühen und Schafen. Continue reading Mit dem Bau Separation Barrier begannen die Probleme…

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Mit der mobilen Klinik in die Seam Zone (Gebiet der Westbank hinter der Mauer)

Heute morgen bringt uns unser Fahrer in die Stadt Qalqiliya zu Rabia, einer energischen, spontanen Palästinenserin. Sie arbeitet für die Palestinian Medical Relief Society, eine Palästinensische Gesundheitsorganisation, die 1979 von palästinensischen ÄrztInnen und KrankenpflegerInnen gegründet worden ist. Die ländliche Bevölkerung in abseits liegenden Gebieten wird regelmässig kostenlos über deren mobile Kliniken versorgt.  Continue reading Mit der mobilen Klinik in die Seam Zone (Gebiet der Westbank hinter der Mauer)

Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Das Westjordanland und der Gaza-Streifen werden seit 1967 vom israelischen Militär kontrolliert. Täglich müssen Tausende von PalästinenserInnen die Kontrollpunkte passieren, wenn sie zur Arbeit oder zur Ärtztin müssen, Verwandte besuchen oder einfach nur wieder nach Hause wollen. Angesichts der Gefahr von Terroranschlägen sind die SoldatInnen an den Checkpoints schwer bewaffnet, die Kontrollen streng. Die Nervosität der oft jungen SoldatInnen ist spürbar. Manche fühlen sich in ihrer Rolle sichtlich unwohl. Andere geniessen ihre Macht, und so kommt es Tag für Tag zu Schikanen gegenüber den PalästinenserInnen. Sie müssen stundenlang (zum Teil in der prallen Sonne oder im Regen) warten oder werden manchmal ohne Begründung zurückgeschickt. Die Entscheidung, die PalästinenserInnen durchzulassen oder ihnen den Zugang zu verbieten unterliegt der willkürlichen Beurteilung der SoldatInnen oder dem privaten Sicherheitspersonal. Continue reading Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Perdre son foyer longuement bâti en une heure de temps

Réveillés vers 4 heures par notre chauffeur un matin, il nous explique qu’une famille vient de le prévenir que des soldats de l’armée israélienne sont à leur porte avec un ordre de démolition, et qu’ils leur laissent une heure pour sortir leurs effets personnels avant de mettre en marche la grue. S’ils nous ont appelé ce n’est pas pour que l’on stoppe l’inéluctable, car ils savent que notre pouvoir est tout à fait insignifiant face à cet état de fait. Ils souhaitent seulement que nous soyons des témoins directs de cette injustice, et que nous puissions rapporter une situation que très peu relatée dans les médias internationaux alors qu’elle est tout à fait primordiale dans le plan réel d’annexion de l’État d’Israël. Continue reading Perdre son foyer longuement bâti en une heure de temps

11. Mai 2018. Alltag in den besetzten palästinensischen Gebieten

Heute Morgen hat unser Fahrer die Nachricht erhalten, in Duma, einem Dorf südöstlich von Nablus im Westjordanland, sei erneut ein Brandanschlag verübt worden. Um 9 Uhr sind wir unterwegs Richtung Duma. Über uns wölbt sich der tiefblaue, wolkenlose Himmel. Unterwegs machen wir Halt bei einem Freund unseres Fahrers und sitzen schon bald in einem grossen Garten mit blühenden Geranien, inmitten von Oliven- und Feigenbäumen im Schatten in einem Kreis von Männern. Der Sohn serviert den feinen, typischen Tee, den die Mutter in der Küche zubereitet hat. Hier erfahren wir genaueres über die Vorgänge in der letzten Nacht. Gegen drei Uhr morgens war im Erdgeschoss eines Wohnhauses Feuer gelegt worden. Der Vater erwachte wegen des Rauches. Es gelang ihm, seine beiden Mädchen und seinen kleinen Buben aus den Betten zu holen und nach draussen in Sicherheit zu bringen. Continue reading 11. Mai 2018. Alltag in den besetzten palästinensischen Gebieten

Neve Shalom – Wahat as Salam : village d’espoir

Travel Tickets

On the day you kill me
You’ll find in my pocket
Travel tickets
To peace,
To the fields and the rain
To people’s conscience.
Don’t waste the tickets

By Samih al- Qasim

Neve Shalom. Wahat as Salam. Oasis de paix. Pour commémorer les 50 ans de la fin de la Guerre des six jours[1], soit pour les Israélien-ne-s la reconquête de Jérusalem, mais pour les Palestinien-ne-s l’annexion de facto de Jérusalem Est, le village Neve Shalom a organisé une marche sur ce qui est communément appelé la Green Line[2]. Continue reading Neve Shalom – Wahat as Salam : village d’espoir

„You are at anytime welcomed in my house.“

Nach einem langen Tag verabschieden wir uns von unserem Fahrer, steigen in Lower Yanun aus und folgen der schmalen Strasse Richtung Upper Yanun. Das ist unser heutiger Abendspaziergang. Mandelbäume säumen den Weg, deren Früchte noch nicht reif sind. Rechterhand eine Fläche mit zartgrünem Dill, zwei Greenhouses, ein Wohnhaus mit einer alten Frau, in einem der schönen traditionell bestickten Kleider. Jedes Dorf hatte seine eigenen Muster, habe ich mir sagen lassen. Zum Dorf hin wird die Strasse steiler, jetzt hört man bereits die Schafe und die Ziegen, das Krähen der Hähne und die gackernden Hühner, Tauben gurren, und die Spatzen zwitschern um die Wette. Dazwischen immer wieder schöne, uns unbekannte Vögel. Der eine Nachbar hat gestern den Boden der Terrasse vor seinem Haus fertig betoniert mit den Aussparungen für die Rebe und die Zitronenbäumchen. Jetzt arbeitet er an der Abschlussmauer. Mit der Mauerkelle streicht er den Pflaster auf die quadratischen Steine, und dann kann seine ältere Tochter den nächsten Stein versetzt anbringen. Sorgfältig schliesst er die Fugen. Daneben steht das vierjährige Töchterchen, schaut zu, mustert uns immer wieder neugierig und lächelt verschmitzt. „Come in, and drink coffee“, so die freundliche Einladung. Müde vom langen Tag bedanken wir uns herzlich. „Thank you, tomorrow, we will come.“ Continue reading „You are at anytime welcomed in my house.“