Category Archives: East Jerusalem

Et maintenant ?

A l’heure d’écrire ces premières lignes de mon troisième et dernier article pour le blog d’EAPPI, une seule question me traverse l’esprit : que dire ? qu’écrire ? quels instantanés du quotidien palestinien pourrais-je montrer et quels récits des innombrables expériences humaines partagées pourrais-je narrer pour montrer la dure réalité d’une population dont les droits les plus élémentaires sont régulièrement violés par l’Etat israélien[1], dans un silence politique assourdissant, voire dans une indifférence généralisée ?

Alors que notre histoire, même récente, nous a montré et nous montre encore aujourd’hui que les élans de solidarité civile et politique envers une population soudainement en proie aux souffrances de la guerre restent possibles, pourquoi la question palestinienne semble-t-elle être oubliée, ou pire, ignorée ?

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Wenn die eigene Welt in Trümmern liegt

Vier EA’s wurden zur Grossfamilie Fares Rajabi in Silwan gerufen. Dieser Stadtteil von Jerusalem ist besonders stark von Hausdemolierungen betroffen, die israelischen Siedlungen breiten sich hier stark aus. In diesem stattlichen vornehmen  Haus lebten 30 Personen, neben Fares’ Familie (Frau, drei Kinder) noch seine vier Brüder mit Familien und seine Eltern. Fares hat einen Demolierungsbefehl schon im Jahre 2000 erhalten. Seither bezahlten sie jedes Jahr 40 000 Schekel (ca. 10 000 sfr.) als Busse für die “illegale” Errichtung ihres Hauses auf ihrem eigenen Land.[1] Mit den Notariatskosten, Entschädigungen für Leute, welche bei der Planung des Hauses mithalfen, beliefen sich die Kosten in all den Jahren auf 700 000 Schekel (ca. 200 000 sFr.). Die Kosten für die  Demolierung des Hauses belaufen  sich auch noch auf rund 200 000 Schekel (50 000 sFr.). Alle Familien hatten den goldenen Hochzeitsschmuck ihrer Frauen verkaufen müssen, um diese ungeheuerlichen Summen, welche ihnen von den israelischen Behörden aufgebürdet werden, überhaupt auch nur teilweise bezahlen zu können. Wenn sie dieses Geld nicht bezahlen, wird einfach ihr Land, das sie in den 1980er Jahren gekauft haben, beschlagnahmt.

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Das Heilige Land zeigt sich nicht immer ganz so heilig

Am Samstag nach Ostern feierten die orthodoxen Christ:innen ihre Ostern. Dabei sollte auch das Heilige Feuer in der Grabeskirche entzündet werden, eine Zeremonie, bei der es offenbar vor einem Jahr zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. So wurde in diesem Jahr praktisch das ganze christliche Viertel hermetisch abgeriegelt und die Zahl der Gläubigen in der Grabeskirche auf 4000 beschränkt. In Tat und Wahrheit waren es aber nur knapp 1000, welche in der Kirche Zugang fanden – der grösste Teil waren schwerbewaffnete Soldat:innen, welche auch nicht gerade für eine feierliche Stimmung sorgten. 

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Réfugié·e de génération en génération

« Camp de réfugié·e·s ». Cette notion ne m’était pas complètement inconnue avant de passer pour la première fois le checkpoint au nord de Jérusalem pour me rendre au camp de réfugié·e·s de Shu’fat. Même si je n’avais jamais vu un tel camp de mes propres yeux, j’avais une vague idée de ce que j’allais y découvrir : des tentes, des réservoirs d’eau, des cuisines mobiles ou encore des sanitaires basiques, … tout ce qui est nécessaire pour assurer provisoirement la survie et donc les besoins essentiels d’une population qui fuit la souffrance, la destruction et la mort de la guerre.

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Welcome to the Qalandiya Crossing

Un dimanche grisonnant du mois de février 2022 au checkpoint de Qalandiya, au Nord de Jérusalem. Un dimanche comme un autre, le premier jour de la semaine de travail en Israël. Ce checkpoint est le point de passage principal à pied pour pénétrer et franchir le mur qui sépare la Cisjordanie du Nord et Jérusalem. Il est 06h00 du matin. Le checkpoint, sa tour de contrôle et les forces de sécurité armées d’Israël, ont déjà observé le défilé de nombreux travailleurs et travailleuses palestinien·ne·s qui a débuté bien avant l’aube. Nous, les accompagnateurs·trices œcuméniques d’EAPPI (EAs), venons d’arriver. Nous sommes deux des quatre EAs de l’équipe de Jérusalem qui, à tour de rôle, viennent au checkpoint pour effectuer un monitoring deux fois par semaine.

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Verbotene Liebe – Wie Israels Politik palästinensische Familien zerreisst

Bilal ist 1992 geboren, im selben Jahr wie ich. Aber da hören unsere Gemeinsamkeiten auch schon auf. Bilal lebt in Ostjerusalem unter der Besatzung von Israel. Nach internationalem Recht ist Ostjerusalem Teil des Westjordanlands und somit besetztes palästinensisches Gebiet. Ich habe Bilal in meiner dritten Woche hier kennengelernt. Der Anlass war jedoch alles andere als erfreulich: Das Haus seines Cousins wurde am Morgen von israelischen Soldaten abgerissen und wir waren dort um den Vorfall zu dokumentieren. Bilal war so gastfreundlich uns in das Haus seines Bruders einzuladen und uns die Hintergründe der Hauszerstörung seines Cousins zu schildern.

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Eid Suleiman Al Hataleen, Umm al Kher

Suleiman nous reçoit sur sa terrasse agréablement venteuse, à deux pas du « settlement » de Karmel, une colonie israélienne de quelque 400 habitants. Avec force, gestes et mimiques, il nous raconte son histoire tout en restant attentif à notre bien-être et au niveau de nos verres de thé à la menthe…

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Freitagsgebet

Morgens um 07.00 Uhr wir an den Qualandiya-CP und erwarten eine Menge von PalästinenserInnen, die in Jerusalem beten und protestieren wollen. Wir treffen auf eine gähnende Leere. Knapp 300 Personen passieren in zweieinhalb Stunden den CP. Die Ruhe vor dem Sturm? Wir sprechen mit einigen Palästinensern. Sie erzählen uns, sie hätten Angst nach Jerusalem zu gehen, da jeder Palästinenser nun noch mehr unter Generalverdacht stehe und Angst davor, in Gewalttätigkeiten verwickelt zu werden. Sie seien müde und wollen nicht mehr kämpfen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Jugendliche Gewalt anwenden würden, da sie frustriert und wütend seien und die beiden Intifadas zuvor nicht miterlebt hätten. Sie wollten rebellieren, egal mit welchen Mitteln. Ein älterer Palästinenser kommt auf mich zu und gibt mir völlig unerwartet einen Kuss auf die Backe. Ich bin verwirrt, nehme die Geste aber als ein Kompliment auf. Continue reading Freitagsgebet

Nabi Samwel – ein palästinensisches Dorf ausserhalb der Mauer

Mit dem Jerusalem-Team zusammen besuche ich ein besonderes Dorf: Nabi Samwel. Das Dorf mit rund 300 EinwohnerInnen liegt in Palästina, aber ausserhalb der Mauer. Die Mauer, die Israel von den besetzten Gebieten trennt, ist nicht genau dort gebaut, wo die sogenannte «green line», die Trennungslinie, die die UNO 1947 gezogen hat, durchgeht. (1) Nabi Samwel ist der Ort, an dem nach der Überlieferung der Prophet Samuel begraben ist. Continue reading Nabi Samwel – ein palästinensisches Dorf ausserhalb der Mauer