Tag Archives: Liberté de mouvement et de circulation/Bewegungsfreiheit

Wann endlich fällt die Mauer des Schweigens?

Seit 2 Wochen bin ich wieder in der Schweiz. Ich freue mich, wieder in einem Land leben zu dürfen, in welchem sich das alltägliche Leben viel einfacher abspielt. Gleichzeitig fühle ich auch ein gewisses Unbehagen, wenn ich an all die Menschen denke, welche dort mitten in diesen grossen Ungerechtigkeiten ausharren müssen. Sie können nicht, wie ich Privilegierter, einfach nach 3 Monaten wieder “verschwinden” und das gewohnte Leben wieder aufnehmen! Dieser Kulturschock ist für mich ziemlich gross. Zudem wurde ich gleich am 2.Tag nach meiner Rückkehr positiv auf Corona getestet. So verbrachte ich die erste Woche mehr oder weniger in der horizontalen Lage, geplagt von grippeähnlichen Symptomen und grosser Müdigkeit. Diese ist wohl nicht nur auf Corona zurückzuführen, denn die vergangenen Wochen haben bei mir schon ein paar Spuren hinterlassen! In jeder Beziehung. Im Bett versuchte ich nun, von einem aufwühlenden Leben wieder zurückzufinden in mein altes Leben!

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Das Heilige Land zeigt sich nicht immer ganz so heilig

Am Samstag nach Ostern feierten die orthodoxen Christ:innen ihre Ostern. Dabei sollte auch das Heilige Feuer in der Grabeskirche entzündet werden, eine Zeremonie, bei der es offenbar vor einem Jahr zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen war. So wurde in diesem Jahr praktisch das ganze christliche Viertel hermetisch abgeriegelt und die Zahl der Gläubigen in der Grabeskirche auf 4000 beschränkt. In Tat und Wahrheit waren es aber nur knapp 1000, welche in der Kirche Zugang fanden – der grösste Teil waren schwerbewaffnete Soldat:innen, welche auch nicht gerade für eine feierliche Stimmung sorgten. 

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Réfugié·e de génération en génération

« Camp de réfugié·e·s ». Cette notion ne m’était pas complètement inconnue avant de passer pour la première fois le checkpoint au nord de Jérusalem pour me rendre au camp de réfugié·e·s de Shu’fat. Même si je n’avais jamais vu un tel camp de mes propres yeux, j’avais une vague idée de ce que j’allais y découvrir : des tentes, des réservoirs d’eau, des cuisines mobiles ou encore des sanitaires basiques, … tout ce qui est nécessaire pour assurer provisoirement la survie et donc les besoins essentiels d’une population qui fuit la souffrance, la destruction et la mort de la guerre.

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Welcome to the Qalandiya Crossing

Un dimanche grisonnant du mois de février 2022 au checkpoint de Qalandiya, au Nord de Jérusalem. Un dimanche comme un autre, le premier jour de la semaine de travail en Israël. Ce checkpoint est le point de passage principal à pied pour pénétrer et franchir le mur qui sépare la Cisjordanie du Nord et Jérusalem. Il est 06h00 du matin. Le checkpoint, sa tour de contrôle et les forces de sécurité armées d’Israël, ont déjà observé le défilé de nombreux travailleurs et travailleuses palestinien·ne·s qui a débuté bien avant l’aube. Nous, les accompagnateurs·trices œcuméniques d’EAPPI (EAs), venons d’arriver. Nous sommes deux des quatre EAs de l’équipe de Jérusalem qui, à tour de rôle, viennent au checkpoint pour effectuer un monitoring deux fois par semaine.

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Die zwei Gesichter Hebrons

Die erste Überraschung erwartet mich gleich bei der Ankunft in Hebron: Es ist ca. halb fünf am Nachmittag, die Sonne geht bald unter. Trotzdem ist ein reges Treiben auf einer der Hauptstrassen der Stadt zu beobachten. Die meisten Läden sind geöffnet und zahlreiche Autos bahnen sich ihren Weg ins Zentrum oder in umgekehrter Richtung in die Peripherie. Ich hatte vor meiner Ankunft eine tote Stadt erwartet, verlassene Strassen und verbarrikadierte Läden. Diese Seite existiert zwar auch, aber der Reihe nach.

Mit einer Einwohnerzahl von über 200’000 ist Hebron die grösste Stadt der West Bank hinter der Trennmauer[1]. Abgesehen von Ostjerusalem weist Hebron als einzige palästinensische Stadt israelische Siedlungen im Zentrum auf[2]. Die Anzahl israelischer Siedler*innen in Hebron beläuft sich auf einige hundert Personen. Ca. 80% der Stadt sind unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde, während Israel die restlichen 20% kontrolliert. Die beiden Gebiete werden «H1» respektive «H2» bezeichnet. H2 beinhaltet die israelischen Siedlungen, Einrichtungen der israelischen Sicherheitskräfte sowie über 30’000 Palästinenser*innen.

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On the Way to School – Der tägliche Kampf für Bildung

Kennen Sie den Dokumentarfilm aus dem Jahr 2015 mit oben genanntem Titel? Er zeigt, unter welch schwierigen Umständen vier Kinder in Argentinien, Kenia, Marokko und Indien zusammen mit ihren Geschwistern täglich gefährliche, lange Schulwege meistern, um mit einer guten Ausbildung ins Leben starten zu können. Diesem Film möchte ich mit meinem Bericht ein Kapitel anfügen: Ich beschreibe hier den Schulweg von ein paar Nachbarskindern im besetzten Westjordanland.

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Mit Kreativität und Ausdauer für mehr Gerechtigkeit

Hafez lebt in At-Tuwani, einem kleinen palästinensischen Dorf im südlichsten Zipfel der Westbank. Wir durften bereits zwei Mal dabei sein, wie Palästinenser und Israelis in Dorfnähe gemeinsam Olivenbäume pflanzten, genau auf jenem Hügel, wo letztes Jahr der ganze ursprüngliche Hain von fremden Eindringlingen heimlich gefällt worden waren. Und so sind wir gespannt, den Anführer dieser Friedens-Aktionen kennenzulernen.

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Grenzüberschreitungen

Die junge Frau neben mir kramt in ihrer Tasche herum und holt ein kleines grünes Büchlein heraus; ihre ID. Grün für Palästinenser*innen in der West Bank und in Gaza, blau für jene in Ostjerusalem. In Kürze erreichen wir den Checkpoint Az Za’ayyem – einer von 39[1] entlang der West Bank Barrier, durch die die israelische Grenzwache den Einlass von Personen aus dem Westjordanland in den besetzten palästinensischen Gebieten kontrolliert. Die Strasse nach dem Checkpoint führt allerdings nach Ostjerusalem, welches 1967 von Israel annektiert wurde und dessen Bewohner*innen infolgedessen ein Sonderstatus als «permanent residents» in Israel verliehen wurde.[2] Dadurch verfügen sie in der Regel über grössere Reisefreiheit als die restlichen Palästinenser*innen und haben die Möglichkeit, gewisse Sozialleistungen von Israel zu beziehen.[3] Für die übrigen Palästinenser*innen kann es jedoch extrem schwierig sein, nur schon nach Osterjerusalem zu reisen, das sie als ihre Hauptstadt ansehen – geschweige denn ins Ausland. Die Grenzübergänge nach Jordanien als einzigem weiterem Grenzland der besetzten palästinensischen Gebiete werden von der israelischen Grenzkontrolle überwacht. Doch potentielle Reisen können nicht nur an fehlenden Bewilligungen scheitern, sondern auch an der palästinensischen Nationalität selber bzw. deren fehlenden Anerkennung. So erzählt mir unser Fahrer Ismael, dass er bei einem Besuch in Europa die Fähre von Finnland nach Schweden nicht buchen konnte, weil die Option der palästinensischen Nationalität bei der Online-Buchung schlichtweg nicht vorhanden war.

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Verbotene Liebe – Wie Israels Politik palästinensische Familien zerreisst

Bilal ist 1992 geboren, im selben Jahr wie ich. Aber da hören unsere Gemeinsamkeiten auch schon auf. Bilal lebt in Ostjerusalem unter der Besatzung von Israel. Nach internationalem Recht ist Ostjerusalem Teil des Westjordanlands und somit besetztes palästinensisches Gebiet. Ich habe Bilal in meiner dritten Woche hier kennengelernt. Der Anlass war jedoch alles andere als erfreulich: Das Haus seines Cousins wurde am Morgen von israelischen Soldaten abgerissen und wir waren dort um den Vorfall zu dokumentieren. Bilal war so gastfreundlich uns in das Haus seines Bruders einzuladen und uns die Hintergründe der Hauszerstörung seines Cousins zu schildern.

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Good life, eh?

Una vita dall’altra parte della barriera di separazione

Omar Hajajleh abita con la sua famiglia – una moglie e tre figli – nel comune di Al Walaja.
Partendo da Betlemme, ci dirigiamo in auto verso casa sua passando dalla bellissima valle di Cremisan. Prendiamo questa strada non per ammirare le bellezze della valle, né per comodità. Nessuna delle due opzioni. Prendiamo questa strada perché, sebbene vi siano due vie di accesso, questa è l’unica che ci permette di accedere alla casa di Omar, senza dover richiedere un permesso di visita – con anticipo di 48 ore – alle autorità israeliane.

Che vita è? Questo il primo pensiero che mi viene in mente. Che razza di vita è?

Fermiamo l’automobile qualche metro prima di raggiungere casa Hajajleh: uno sbarramento chiude la strada ai veicoli. Scendiamo, muovendoci a piedi per aggirare l’ostacolo. Alla nostra sinistra si innalza l’imponente barriera di separazione. Se nel tragitto ero un po’ confuso, ora ho capito dove mi trovo: sono dall’altra parte, la parte israeliana, la parte dove si trova la casa di Omar.

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