Tag Archives: Violence/Gewalt

Ein kleiner Einblick in die Militärgerichte Israels

Im Frühling letzten Jahres besuchte ich mit anderen EAs das Militärgericht in Ofer. Was ich dort beobachtet habe ist auch in dieser speziellen Zeit einer globalen Pandemie noch aktuell, denn trotz der Einführung von Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung und zur Verhinderung der Verbreitung des COVID-19 Viruses durch die Israelische Regierung, werden weiterhin Palästinenser*innen verhaftet, vor dem Militärgericht angeklagt und unter schlechten hygienischen Bedingungen in Untersuchungshaft gehalten. Davon sind auch zahlreiche Minderjährige betroffen.

Das Militärgericht Ofer liegt im Westjordanland nordwestlich von Jerusalem hinter der grünen Linie, aber auf der israelischen Seite der Mauer auf einem israelischen Militärstützpunkt (Addameer, 2017). Gleich nebenan befindet sich das Militärgefängnis Ofer (Military Court Watch, 2013). Das Gericht besteht aus 7 Container, welche als Gerichtssäle dienen, ein einfacher Wartesaal und ein Eingangsgebäude. Die Gebäude und Container sind umgeben von einem grossen Zaun und Stacheldraht. Auch innerhalb des Geländes hat es überall Gitter und Zäune. Ich komme mir eher vor wie in einem Gefängnis als in einem Gericht.

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Formen des Widerstandes in Hebron

Vor meinem Einsatz hatte ich ein verzerrtes Bild der Situation in der West Bank. Ich hatte den Eindruck, der Widerstand der Palästinenser*innen gegen die israelische Besatzung bestehe vor allem in Form von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der palästinensischen Zivilbevölkerung und den israelischen Sicherheitskräften. Solche «Clashes» erleben wir in Hebron z.B. als Reaktion auf die Verkündigung des neuen Vorschlags der US-Regierung am 28. Januar 2020 als Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zwar auch, jedoch beteiligt sich daran augenscheinlich nur eine kleine Gruppe männlicher Jugendlicher. Wir stellen hingegen fest, dass der Grossteil der Aktivist*innen verschiedene Formen des gewaltlosen Widerstands nutzt.

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Mit Kreativität und Ausdauer für mehr Gerechtigkeit

Hafez lebt in At-Tuwani, einem kleinen palästinensischen Dorf im südlichsten Zipfel der Westbank. Wir durften bereits zwei Mal dabei sein, wie Palästinenser und Israelis in Dorfnähe gemeinsam Olivenbäume pflanzten, genau auf jenem Hügel, wo letztes Jahr der ganze ursprüngliche Hain von fremden Eindringlingen heimlich gefällt worden waren. Und so sind wir gespannt, den Anführer dieser Friedens-Aktionen kennenzulernen.

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Ein Tag im Jordantal

Auch wenn Sonntag hier in der West Bank der Start einer neuen Woche darstellt, bietet er uns EAs im Jordantal einen Moment zum Durchatmen. Sonntagmorgens besuchen wir jeweils eine der christlichen Kirchen in Jericho, um die lokalen christlichen Palästinenser*innen zu unterstützen, die in den besetzten palästinensischen Gebieten eine Minderheit darstellen. In Jericho besuchen diese hauptsächlich die katholische Latin Church oder die griechisch-orthodoxe Kirche gleich gegenüber. Die Gemeindemitglieder geniessen nach der Messe vor der Kirche eine Tasse Kaffee und tauschen Neuigkeiten aus, wobei wir ihnen ebenfalls Gesellschaft leisten. Auch wenn wir dabei teilweise von ihren Schwierigkeiten unter der Besetzung Israels erfahren, bieten diese Begegnungen kleine Ruheoasen in den sonst eher hektischen Tagen, die gefüllt sind mit verschiedenen Treffen und dem Dokumentieren von Verletzungen des Humanitären Völkerrechts oder der Menschenrechte.

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Kritische Selbstreflexion

Im Alltag als EAPPI Human Rights Observer wird man mit vielen Situationen des Missstandes der palästinensischen Bevölkerung konfrontiert. Als EA spricht man mit den betroffenen Personen, schreibt Berichte, leistet Aufklärungsarbeit. In unserer Gruppe sind wir vier junge Westeuropäer. Mich als offensichtlich privilegierter Mensch aus einem Erste-Welt Land der lokalen Bevölkerung gegenüber stehen zu sehen, ist nicht immer einfach. Zu klar zeichnet sich das alte Bild des mächtigen Europäers gegenüber dem lokalen wehrlosen Opfer ab. Zu stark widerspricht dieses Bild meinem eigenen Streben nach einer dekolonialisierten Welt.

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Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Das Westjordanland und der Gaza-Streifen werden seit 1967 vom israelischen Militär kontrolliert. Täglich müssen Tausende von PalästinenserInnen die Kontrollpunkte passieren, wenn sie zur Arbeit oder zur Ärtztin müssen, Verwandte besuchen oder einfach nur wieder nach Hause wollen. Angesichts der Gefahr von Terroranschlägen sind die SoldatInnen an den Checkpoints schwer bewaffnet, die Kontrollen streng. Die Nervosität der oft jungen SoldatInnen ist spürbar. Manche fühlen sich in ihrer Rolle sichtlich unwohl. Andere geniessen ihre Macht, und so kommt es Tag für Tag zu Schikanen gegenüber den PalästinenserInnen. Sie müssen stundenlang (zum Teil in der prallen Sonne oder im Regen) warten oder werden manchmal ohne Begründung zurückgeschickt. Die Entscheidung, die PalästinenserInnen durchzulassen oder ihnen den Zugang zu verbieten unterliegt der willkürlichen Beurteilung der SoldatInnen oder dem privaten Sicherheitspersonal. Continue reading Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Le temps : nouvelle bataille

Un mur ; des checkpoints ; un système routier incompréhensible ; une foison de permis ; des procédures interminables, et une bureaucratie folle. Voilà quelques une des mesures – politiques et structurelles – qui rendent la vie des Palestiniens et Palestiniennes extrêmement difficile dans la West Bank. Leur vie est contrôlée par un système ultra sophistiqué qui contraint leur liberté de mouvement, d’émancipation économique, de construction, ou tout simplement leur droit à une identité territoriale.

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Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés

Article pour la Journée Internationale de lutte contre les violences policières :
« Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés »

Depuis le début de l’année 2018, le nombre d’enfants tués dans les territoires palestiniens se montent à 6, dont 4 dans la bande de Gaza, tués par balle. Depuis 2000, le nombre s’élève à 1800.[1]
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Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Seit Anfang 2018 ist die Anzahl der in den besetzten palästinensischen Gebieten getöteten Kinder auf sechs angestiegen, vier von ihnen kamen im Gaza-Streifen durch Schüsse um. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 1800[1] Kinder getötet. Continue reading Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Freitagsgebet

Morgens um 07.00 Uhr wir an den Qualandiya-CP und erwarten eine Menge von PalästinenserInnen, die in Jerusalem beten und protestieren wollen. Wir treffen auf eine gähnende Leere. Knapp 300 Personen passieren in zweieinhalb Stunden den CP. Die Ruhe vor dem Sturm? Wir sprechen mit einigen Palästinensern. Sie erzählen uns, sie hätten Angst nach Jerusalem zu gehen, da jeder Palästinenser nun noch mehr unter Generalverdacht stehe und Angst davor, in Gewalttätigkeiten verwickelt zu werden. Sie seien müde und wollen nicht mehr kämpfen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Jugendliche Gewalt anwenden würden, da sie frustriert und wütend seien und die beiden Intifadas zuvor nicht miterlebt hätten. Sie wollten rebellieren, egal mit welchen Mitteln. Ein älterer Palästinenser kommt auf mich zu und gibt mir völlig unerwartet einen Kuss auf die Backe. Ich bin verwirrt, nehme die Geste aber als ein Kompliment auf. Continue reading Freitagsgebet