Tag Archives: Violence/Gewalt

Kritische Selbstreflexion

Im Alltag als EAPPI Human Rights Observer wird man mit vielen Situationen des Missstandes der palästinensischen Bevölkerung konfrontiert. Als EA spricht man mit den betroffenen Personen, schreibt Berichte, leistet Aufklärungsarbeit. In unserer Gruppe sind wir vier junge Westeuropäer. Mich als offensichtlich privilegierter Mensch aus einem Erste-Welt Land der lokalen Bevölkerung gegenüber stehen zu sehen, ist nicht immer einfach. Zu klar zeichnet sich das alte Bild des mächtigen Europäers gegenüber dem lokalen wehrlosen Opfer ab. Zu stark widerspricht dieses Bild meinem eigenen Streben nach einer dekolonialisierten Welt.

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Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Das Westjordanland und der Gaza-Streifen werden seit 1967 vom israelischen Militär kontrolliert. Täglich müssen Tausende von PalästinenserInnen die Kontrollpunkte passieren, wenn sie zur Arbeit oder zur Ärtztin müssen, Verwandte besuchen oder einfach nur wieder nach Hause wollen. Angesichts der Gefahr von Terroranschlägen sind die SoldatInnen an den Checkpoints schwer bewaffnet, die Kontrollen streng. Die Nervosität der oft jungen SoldatInnen ist spürbar. Manche fühlen sich in ihrer Rolle sichtlich unwohl. Andere geniessen ihre Macht, und so kommt es Tag für Tag zu Schikanen gegenüber den PalästinenserInnen. Sie müssen stundenlang (zum Teil in der prallen Sonne oder im Regen) warten oder werden manchmal ohne Begründung zurückgeschickt. Die Entscheidung, die PalästinenserInnen durchzulassen oder ihnen den Zugang zu verbieten unterliegt der willkürlichen Beurteilung der SoldatInnen oder dem privaten Sicherheitspersonal. Continue reading Sexuelle Übergriffe an Checkpoints

Le temps : nouvelle bataille

Un mur ; des checkpoints ; un système routier incompréhensible ; une foison de permis ; des procédures interminables, et une bureaucratie folle. Voilà quelques une des mesures – politiques et structurelles – qui rendent la vie des Palestiniens et Palestiniennes extrêmement difficile dans la West Bank. Leur vie est contrôlée par un système ultra sophistiqué qui contraint leur liberté de mouvement, d’émancipation économique, de construction, ou tout simplement leur droit à une identité territoriale.

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Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés

Article pour la Journée Internationale de lutte contre les violences policières :
« Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés »

Depuis le début de l’année 2018, le nombre d’enfants tués dans les territoires palestiniens se montent à 6, dont 4 dans la bande de Gaza, tués par balle. Depuis 2000, le nombre s’élève à 1800.[1]
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Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Seit Anfang 2018 ist die Anzahl der in den besetzten palästinensischen Gebieten getöteten Kinder auf sechs angestiegen, vier von ihnen kamen im Gaza-Streifen durch Schüsse um. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 1800[1] Kinder getötet. Continue reading Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Freitagsgebet

Morgens um 07.00 Uhr wir an den Qualandiya-CP und erwarten eine Menge von PalästinenserInnen, die in Jerusalem beten und protestieren wollen. Wir treffen auf eine gähnende Leere. Knapp 300 Personen passieren in zweieinhalb Stunden den CP. Die Ruhe vor dem Sturm? Wir sprechen mit einigen Palästinensern. Sie erzählen uns, sie hätten Angst nach Jerusalem zu gehen, da jeder Palästinenser nun noch mehr unter Generalverdacht stehe und Angst davor, in Gewalttätigkeiten verwickelt zu werden. Sie seien müde und wollen nicht mehr kämpfen. Es bestehe aber die Gefahr, dass Jugendliche Gewalt anwenden würden, da sie frustriert und wütend seien und die beiden Intifadas zuvor nicht miterlebt hätten. Sie wollten rebellieren, egal mit welchen Mitteln. Ein älterer Palästinenser kommt auf mich zu und gibt mir völlig unerwartet einen Kuss auf die Backe. Ich bin verwirrt, nehme die Geste aber als ein Kompliment auf. Continue reading Freitagsgebet

Zweiter Tag des Zornes

Heute Morgen waren wir unterwegs in einem Gebiet, das besonders von der Besatzung betroffen ist. Wir haben eine Familie besucht, die zwischen Soldaten und einer illegalen israelischen Siedlung lebt. Grosse Armut, sehr beengte Räume – aber palästinensischer Widerstandsgeist, «Sumud» genannt. Der Familienvater sagte uns: «Hier ist es nicht möglich, ein normales Leben zu führen. In einem Zimmer hier schlafen 10 Kinder nebeneinander, eine andere Familie schläft trotz der Kälte auf der Veranda, weil sie keine eigenen Räume haben. Weggehen wäre einfacher. Aber es ist unser Land. Und wir werden hierbleiben, solange es geht.» Er möchte nicht namentlich genannt werden und wir dürfen auch keine Fotos veröffentlichen – aus Sicherheitsgründen. Das Gespräch kam natürlich auch auf Trumps Entscheidung. Es war grosse Sorge spürbar. Continue reading Zweiter Tag des Zornes