Unabhängigkeit

Im ruralen Bereich des Jordantals haben nach meiner Einschätzung die meisten Familien bei ihrer Behausung Strom durch Sonnenkollektoren. Die Sonnenkollektoren liefern den nötigen Strom für Kühlschrank und Ventilatoren und sind eine grossartige Unterstützung der lokalen Bevölkerung. Mehrere NGOs verteilen sie an die Beduinen und Bauern, die meisten Familien wissen nicht mehr, von welcher Organisation genau sie ihre Stromquelle bekommen haben.

Die Schulen im Jordantal wären ohne die ausländische Hilfe von EU, Schweiz oder Japan wohl kaum betriebsfähig. Überall hängen Schilder mit „In cooperation with“ Slogans. Dies ist von Wert, da Schulen, insbesondere Schulen für Beduinenkinder in Area C, oft vom Abriss durch die israelischen Behörden bedroht sind.

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Ode an das Schaf

Das Schaf (arabisch:  خروف; ‘charuuf’ lateinisch: Ovis) ist ein Säugetier, welches in fast jedem Land der Welt anzutreffen ist. Am bekanntesten ist wohl das Hausschaf, man findet es unter anderem im Jordantal des Westjordanlands.

Die Schafe im Jordantal sind sehr wertvoll. Die ansässigen Beduinen und Bauern verkaufen die Jungtieren und den Käse, den sie aus der Milch der Schafe gewinnen. Die Käseproduktion ist hauptsächlich Frauenarbeit. Die Milch wird mit Milchsäurebakterien versetzt, die erhaltene Masse wird in Tücher gewickelt, gepresst, neu eingewickelt und wieder gepresst und schliesslich in Salz gewendet, bevor der fertige Käselaib auf dem Markt verkauft werden kann; das Handgrosse Stück meist zu 4 NIS; etwa 1Fr.

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Kinderverhaftungen im Westjordanland: Wie man eine Generation zum Aufgeben zwingt

Ob Neuwahlen wegen Konflikten innerhalb der Rechten, Korruptionsvorwürfe an Netanyahu, Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, oder Trumps ‘New Deal des Jahrhunderts’: Der Nahost-Konflikt gewinnt derzeit wieder an Medienaufmerksamkeit. Doch für die knapp drei Millionen im Westjordanland lebenden Menschen ist die militärische Besetzung durch die israelische Armee keine Headline, sondern zäher und oft brutaler Alltag. Und wie so oft leiden die schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft am meisten, insbesondere Kinder, da die jung erlebten Traumata besonders grossen und bleibenden Schaden anrichten können. Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb – ist das Verhaften, Befragen und Wegsperren von Minderjährigen in den israelisch besetzen Gebieten an der Tagesordnung und sogar Bestandteil der Strategie der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

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L’occupazione illustrata – quinta parte

“It is indispensable for a fighting system to deny the humanity of the other side, otherwise how can you possibly kill somebody? He has family, he has hopes, he has fears, he has dreams… no, he has to remain vague – a target – not a person, not a human being”

(Avner, former IDF soldier, member of Combatants for Peace) [1]

“Not rockets from Gaza, not ‘Iron Dome’, not F-16s, not tanks – will bring peace. Peace should mean security and independence for both countries. Let us live in peace and dignity, two peoples on this land”

(Jamel, former Palestinian fighter, member of Combatants for Peace) [1]

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L’occupazione illustrata – quarta parte

“If the sky is clean, I can see the sea from where I live, but I can’t go there”

(Cameriere al Adam 1890, Beit Jala)

Occupazione significa limitazione del movimento, a diverse gradi di intensità, per ogni cittadino palestinese. Le autorità israeliane controllano e limitano i movimenti di quest’ultimi fra i territori occupati, all’interno dei territori stessi, in Israele e all’estero. È importante rendersi conto che altri civili – coloni, cittadini israeliani o stranieri – abitanti degli stessi territori, non subiscono eguali limitazioni, hanno infatti piena libertà di movimento.

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L’occupazione illustrata – terza parte

“Thus with every breath they take, Palestinians breath in occupation”

(Hagai El-Ad, B’tselem executive director, remarks delivered to UN Security Council in New York on October 14, 2016).

Leggendo dell’occupazione immaginavo un’autorità, rappresentata dal suo esercito, che occupava una popolazione terza. Quest’immagine corrisponde alla realtà, ma non è la sola. C’è tutta una parte di occupazione che può risultare meno evidente ma non meno importante: l’occupazione economica.

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L’occupazione illustrata – seconda parte

“You show them that you’re the boss, you show that you control the place”

(Lieutenant, Armored Corps Reconnaissance Unit, 401st Brigade, Nablus Area, 2011) [1]

“It’s to show that we aren’t going to let this pass quietly”

(Nachal Special Forces, Nablus Area, 2014) [1]

Occupare e trasferire parte della propria popolazione in un territorio terzo, oltre che violare il diritto internazionale, non è un’operazione priva di rischi e resistenze. La popolazione locale agirà in modi differenti – violenti e non – contro i rappresentanti dell’autorità occupante e contro i cittadini appartenenti all’autorità occupante. Diverse sono le obbligazioni che l’autorità occupante deve seguire secondo il diritto internazionale [2].

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