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Verbotene Liebe – Wie Israels Politik palästinensische Familien zerreisst

Bilal ist 1992 geboren, im selben Jahr wie ich. Aber da hören unsere Gemeinsamkeiten auch schon auf. Bilal lebt in Ostjerusalem unter der Besatzung von Israel. Nach internationalem Recht ist Ostjerusalem Teil des Westjordanlands und somit besetztes palästinensisches Gebiet. Ich habe Bilal in meiner dritten Woche hier kennengelernt. Der Anlass war jedoch alles andere als erfreulich: Das Haus seines Cousins wurde am Morgen von israelischen Soldaten abgerissen und wir waren dort um den Vorfall zu dokumentieren. Bilal war so gastfreundlich uns in das Haus seines Bruders einzuladen und uns die Hintergründe der Hauszerstörung seines Cousins zu schildern.

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Kritische Selbstreflexion

Im Alltag als EAPPI Human Rights Observer wird man mit vielen Situationen des Missstandes der palästinensischen Bevölkerung konfrontiert. Als EA spricht man mit den betroffenen Personen, schreibt Berichte, leistet Aufklärungsarbeit. In unserer Gruppe sind wir vier junge Westeuropäer. Mich als offensichtlich privilegierter Mensch aus einem Erste-Welt Land der lokalen Bevölkerung gegenüber stehen zu sehen, ist nicht immer einfach. Zu klar zeichnet sich das alte Bild des mächtigen Europäers gegenüber dem lokalen wehrlosen Opfer ab. Zu stark widerspricht dieses Bild meinem eigenen Streben nach einer dekolonialisierten Welt.

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Unabhängigkeit

Im ruralen Bereich des Jordantals haben nach meiner Einschätzung die meisten Familien bei ihrer Behausung Strom durch Sonnenkollektoren. Die Sonnenkollektoren liefern den nötigen Strom für Kühlschrank und Ventilatoren und sind eine grossartige Unterstützung der lokalen Bevölkerung. Mehrere NGOs verteilen sie an die Beduinen und Bauern, die meisten Familien wissen nicht mehr, von welcher Organisation genau sie ihre Stromquelle bekommen haben.

Die Schulen im Jordantal wären ohne die ausländische Hilfe von EU, Schweiz oder Japan wohl kaum betriebsfähig. Überall hängen Schilder mit „In cooperation with“ Slogans. Dies ist von Wert, da Schulen, insbesondere Schulen für Beduinenkinder in Area C, oft vom Abriss durch die israelischen Behörden bedroht sind.

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Ode an das Schaf

Das Schaf (arabisch:  خروف; ‘charuuf’ lateinisch: Ovis) ist ein Säugetier, welches in fast jedem Land der Welt anzutreffen ist. Am bekanntesten ist wohl das Hausschaf, man findet es unter anderem im Jordantal des Westjordanlands.

Die Schafe im Jordantal sind sehr wertvoll. Die ansässigen Beduinen und Bauern verkaufen die Jungtieren und den Käse, den sie aus der Milch der Schafe gewinnen. Die Käseproduktion ist hauptsächlich Frauenarbeit. Die Milch wird mit Milchsäurebakterien versetzt, die erhaltene Masse wird in Tücher gewickelt, gepresst, neu eingewickelt und wieder gepresst und schliesslich in Salz gewendet, bevor der fertige Käselaib auf dem Markt verkauft werden kann; das Handgrosse Stück meist zu 4 NIS; etwa 1Fr.

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Kinderverhaftungen im Westjordanland: Wie man eine Generation zum Aufgeben zwingt

Ob Neuwahlen wegen Konflikten innerhalb der Rechten, Korruptionsvorwürfe an Netanyahu, Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, oder Trumps ‘New Deal des Jahrhunderts’: Der Nahost-Konflikt gewinnt derzeit wieder an Medienaufmerksamkeit. Doch für die knapp drei Millionen im Westjordanland lebenden Menschen ist die militärische Besetzung durch die israelische Armee keine Headline, sondern zäher und oft brutaler Alltag. Und wie so oft leiden die schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft am meisten, insbesondere Kinder, da die jung erlebten Traumata besonders grossen und bleibenden Schaden anrichten können. Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb – ist das Verhaften, Befragen und Wegsperren von Minderjährigen in den israelisch besetzen Gebieten an der Tagesordnung und sogar Bestandteil der Strategie der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

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Arbeiten für die Anderen

Faiza ist Palästinenserin, 29 Jahre alt und ist im Jordantal geboren und aufgewachsen. Sie lebt mit ihren Eltern und drei Geschwistern in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet sie in einer jüdischen Siedlung in dem von Israel besetzten palästinensischen Gebiet. In einer Siedlung, die nach internationalem Recht nicht existieren dürfte. Solche Siedlungen gelten nach internationalem Recht als illegal, weil sie gegen die Vierte Genfer Konvention verstossen, die den Transfer der eigenen Bevölkerungen in ein besetztes Gebiete verbietet. Continue reading Arbeiten für die Anderen

Zababdeh

„Es ist unsere und eure Aufgabe, Gott in den Augen der Juden, der Muslime und der Christen zu finden.“

Jeden Sonntag besuchen wir in einer der christlichen Kirchen in den besetzten Palästinensischen Gebieten den Gottesdienst. An diesem schönen Sommertag erreichen wir nach einer längeren Fahrt durch die hügelige Landschaft südlich von Jenin das mehrheitlich christliche Dorf Zababdeh. Wir sind noch etwas zu früh und haben Zeit für einen Spaziergang durch das Dorf. Vor der Katholischen Kirche sind bereits viele sonntäglich gekleidete Kirchgänger versammelt. Einige Gassen weiter plaudern wir mit einer jungen Frau, die zum Gottesdienst in die Anglikanische Kirche unterwegs ist. Continue reading Zababdeh