Tag Archives: Opérations militaires/Militäraktionen

Kinderverhaftungen im Westjordanland: Wie man eine Generation zum Aufgeben zwingt

Ob Neuwahlen wegen Konflikten innerhalb der Rechten, Korruptionsvorwürfe an Netanyahu, Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, oder Trumps ‘New Deal des Jahrhunderts’: Der Nahost-Konflikt gewinnt derzeit wieder an Medienaufmerksamkeit. Doch für die knapp drei Millionen im Westjordanland lebenden Menschen ist die militärische Besetzung durch die israelische Armee keine Headline, sondern zäher und oft brutaler Alltag. Und wie so oft leiden die schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft am meisten, insbesondere Kinder, da die jung erlebten Traumata besonders grossen und bleibenden Schaden anrichten können. Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade deshalb – ist das Verhaften, Befragen und Wegsperren von Minderjährigen in den israelisch besetzen Gebieten an der Tagesordnung und sogar Bestandteil der Strategie der israelischen Verteidigungsstreitkräfte.

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Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés

Article pour la Journée Internationale de lutte contre les violences policières :
« Les enfants victimes de violence dans les territoires palestiniens occupés »

Depuis le début de l’année 2018, le nombre d’enfants tués dans les territoires palestiniens se montent à 6, dont 4 dans la bande de Gaza, tués par balle. Depuis 2000, le nombre s’élève à 1800.[1]
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Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Seit Anfang 2018 ist die Anzahl der in den besetzten palästinensischen Gebieten getöteten Kinder auf sechs angestiegen, vier von ihnen kamen im Gaza-Streifen durch Schüsse um. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 1800[1] Kinder getötet. Continue reading Die Kinder – Opfer der Gewalt in den besetzten palästinensischen Gebieten

Beduinen-Idylle und Kugeln im Kopf

Vor drei Jahren habe ich im Jordan Valley Team mitgearbeitet. Nun darf ich für 2 ½ Tage wieder neu eintauchen in die Realität des Jordan-Tals. Hier hat die israelische Besatzung ein anderes Gesicht als in Hebron und dementsprechend sind die Aufgaben des EAPPI-Teams auch verschieden. Wir besuchen Beduinenfamilien und gehen auch mit ihnen Schafe hüten. Der erste Tag beginnt früh, wir haben eine Stunde Autofahrt vor uns, bevor wir das kleine Beduinendorf Khirbet Samra erreichen. Wir werden schon erwartet und nach dem Begrüssungs-Kaffee wird uns ein reichhaltiges Frühstück serviert. (Brot mit Frischkäse, verschiedenen rohen Gemüsesorten und Pommes Frites). Danach geht es los, mit einer grossen Herde Schafe steigen wir den Berg hinauf. Während die Schafe friedlich weiden, haben wir Zeit, die Landschaft zu geniessen und uns zu unterhalten. Meine KollegInnen erzählen, dass es selten so friedlich bleibt wie an diesem Tag. Immer wieder kommen israelische SoldatInnen oder SiedlerInnen, die die Schäfer vertreiben wollen. Im Gebiet von Khirbet Samra hat es sowohl illegale israelische Siedlungen als auch Militär-Zentren. Deshalb sind wir mit dabei: Dass diese Kontakte friedlich bleiben. Das einzige grössere Ereignis an diesem Tag ist die Geburt eines Lämmchens. Völlig fasziniert schaue ich zu, wie das Mutterschaf das kleine Geschöpf trocken leckt. Auch der Esel kommt zu Hilfe und leckt mit. Und auch wenn das Lämmchen schon nach ein paar Minuten versucht, aufzustehen, wäre der Weg zurück doch zu weit. So packt es der Schäfer kurzerhand in die Satteltasche des Esels für den Rückweg. Das Mutterschaf weicht dem Esel nicht von der Seite, bis wir wieder im Beduinendorf angekommen sind und das Lämmchen wieder der Mutter übergeben wird. Continue reading Beduinen-Idylle und Kugeln im Kopf